Diesmal aber richtig, Fisch! Die sensationelle Gastwirtschaft Mamma Leone

10 Aprilie 2011 | News

Ein rumänischer Kellner, vormals beim Hamburger Atlantik – Hotel serviert.

Benotung: 9/ 10

Warum lieben so viele Bukarester Intelektuelle diese Mamma Leone mit Öffnungszeiten: Mo – So, von 12 bis zum letzten Kunden? Nelu Anca´ s Restaurant aus der Povernei Strasse hat wirklich alles um ein rum. Gourmet – Tempel in unserer Dambovita – Hauptstadt zu sein. Zwei wirklich gute Köche: Dan Matache und Dana Draghici. Hat immer frischen Fisch: Dienstag und Freitag werden zumindest drei vier Sorten eingeflogen! Es gibt einen hervorragenden Kellner, Dorel Petcu, seit 1968 beim Athenè Palace (heute leider in der minderwertigen Hilton – Kantine umgewandelt) tätig. Er spricht deutsch und wurde mehrere Jahre im Hamburger Atlantik – Hotel in den 70er Jahren geschult. Weiters ist genügend Platz: 90 Sitze drinnen, inkl. Nichtraucherzimmer, über 200 Plätze im freien, hofseits, ohne Lärmbelastung und PKW – Abgase, mit grosser, im Sommer bei Fussballfans sehr beliebten Video – Leinwand. Dann kommt noch der Inhaber und Manager Nelu Anca dazu. Führte selbst eine Gastwirtschaft am Rhein und nannte seine rumänischen Lokale, in Bukarest und am Schwarzen Meer (Kurort Olimp Neptun) nach dem Nachnamen seines Freundes, eines italienisch-deutschen Gastronomiebesitzers. Nelu Anca kennt alle. Wer kennt in der Branche Nelu Anca nicht? Das zweisprachige (rum. – englische) Menü bietet 5 verschiedene Fischsuppen an. Ein Fisch – Borsch (350 g.) kostet RON 9, die Fischkuttelsuppe RON 12. 65 Fischpreparate werden warm serviert. Wirklich teuer ist nur frischer Fisch. Hauseigenes, frisches Brot ist aber leider nicht am Tisch. Für RON 50 gibt`s Gamberoni (150 g.) mit Weinsauce. Selbstverständlich gibt`s auch was anderes als nur Fisch bei Mamma Leone zu essen. Nur die Weinliste ist leider kurz und unübersichtlich (Volumina werden nicht immer angezeigt), ein Jammer für ein wirklich gutes Haus. Segarcea, Negreni, Dragasani, Jidvei und Murfatlar, sind alle aber schon vertreten. Ich wollte mir zum lecker – gewürzten blauen Fisch (Blaubarsch) Filet (RON 80) mit Kappern eine Flasche aus dem erlesenen Terra Romana Cuveè Charlotte (750 ml) aus dem Hause Basilescu für stolze RON 150 bestellen. Entscheide mich dennoch für… Isarescu. Unser Oberbankier als Weinhersteller, sollte einen Versuch wert sein, oder? Eine rumänische Weinsorte CRAMPOSIE – 2009 aus der Weingegend Dragasani, produziert im Hause des Notenbankchefs.  Verkaufspreis RON 70. Ich geniesse den Fisch und trinke den Wein, erinnere mich aber nur an die Recas – Traube jedoch aber ohne dem bekannten Recas – Boukquet. Ich empfehle somit Mamma Leone sehr, rate aber ab den teuern, leicht korkigen Weinessig mit unaussprechlichem Namen aus dem Hause Isarescu zu trinken!

(Cronica gastronomica saptamanala “Alex geht aus!” a lui Alex Todericiu in Allgemeine Deutsche Zeitung)